Die Blütezeit der gigantischen Präsenzmessen scheint im Internetzeitalter vorbei zu sein. Wer die hohen Kosten für einen professionellen Auftritt dennoch nicht scheut, sollte alles daran setzen, den ROMI (Return of Messe Investment) zu maximieren. Dabei geht es unter anderem einerseits um eine optimale Platzierung und Gestaltung des Messestandes, professionelles Vor-Messemarketing und eine effiziente Nachbearbeitung der Messe-Leads.
Genauso wichtig ist es aber, die vorhandenen Erfolgspotenziale von Messegesprächen optimal zu nutzen. Damit Ihre Messekontakte kein folgenloses Dampfgeplauder bleibt, sondern tatsächlich letzten Endes zu lukrativen Neugeschäften führt, ist eine gewissenhafte Vorbereitung Ihres Standteams unabdingbar. Optimal und sehr empfehlenswert wäre ein Halbtagesworkshop mit einem professionellen Messetrainer. Die anfallenden Kosten sind wirklich Investitionen, die sich extrem schnell amortisieren und eine gute Rendite bringen.
Aber auch ohne ein professionelles Training können Sie sich und Ihr Messeteam mit folgenden Tipps auf die Messesituation vorbereiten und einstimmen:
- Der erste Eindruck ist der wichtigste: Gehen Sie freundlich und aufgeschlossen auf potenzielle Interessenten zu. Durch eine finstere Miene oder einen gelangweilten Blick schrecken Sie Besucher womöglich ab, Ihren Stand überhaupt zu betreten.
- Beim ersten direkten Kontakt mit einem Besucher sollten Sie kompetent und sicher auftreten. Das schafft Vertrauen auf Seiten des Interessenten, setzt aber auch voraus, dass Sie sich mit dem vorgestellten Produkt gut auskennen. Vermeiden Sie als Gesprächseinstieg unbedingt die abgedroschene Standardfrage “Kann ich Ihnen helfen?”, die schnell zu einer negativen Antwort verleitet.
- Bringen Sie schon zu Beginn des Gespräches durch gezielte Gesprächsführung in Erfahrung, welches die konkreten Wünsche und Bedürfnisse des Standbesuchers sind. Mit diesem Wissen können Sie besser auf ihn eingehen und ihn besser von Ihrem Produkt überzeugen. Fragen Sie direkt zu Beginn nach einer Visitenkarte. So können Sie direkt den richtigen Unternehmensnamen, den Namen des Gesprächspartners sowie seine Funktion erfassen.
- Noch wichtiger ist die saubere Identifizierung des konkreten Bedarfs: Wie weit fortgeschritten ist die Kaufentscheidung des Kunden, bei welchen Konkurrenten hat er sich bereits informiert, was gefällt ihm an Konkurrenzprodukten mehr bzw. weniger gut?
- Präsentieren Sie Ihr Produkt in einer Sprache, die der Kunde versteht. Stellen Sie dabei den Nutzen des Produkts oder der Dienstleistungen für den potenziellen Kunden in den Vordergrund Ihrer Argumentation. Vermeiden technischen Jargon und sprechen Sie kurz und präzise.
- Fragen, die im Anschluss an die Präsentation offen geblieben sind, sollten Sie umgehend und umfassend klären. Sie beeinflussen so die Entscheidung des Kunden positiv.
- Sprechen Sie noch am Messestand mit dem Kunden ab, welche weiteren Schritte folgen sollen. Bieten Sie nach Möglichkeit einen Besuch im Unternehmen des Kunden an.
- Machen Sie sich direkt im Anschluss an jedes Gespräch Notizen für die Messenachbereitung. Schriftliche Aufzeichnungen können Sie auch an andere Vertriebsmitarbeiter zur Nachbearbeitung weitergeben.
(Quelle: Dirk Kreuter, Erfolgreich akquirieren auf Messen, 2007)











